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Ein Jahresüberblick 2022: die 12 Wörter

Berlin, 06. Dezember 2022. Jedes Jahr bringt seine ganz eigenen Ereignisse und Überraschungen mit sich – und mit ihnen kommen auch neue Wörter, die das politische, wirtschaftliche und soziale Leben eines Jahres sprachlich mitbestimmt haben. Denn das kann die deutsche Sprache: sie ist sehr flexibel und anpassungsfähig, ein besonderes Ereignis lässt sich schnell in einer Wortneuschöpfung zusammenfassen. Was hat die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr bewegt und welche Worte haben dadurch Einzug in unsere Alltagssprache gehalten?

Das Jahr 2022 war von einigen Krisen gezeichnet. Sei es der Krieg in der Ukraine und die wirtschaftlichen Folgen oder die Folgen des Klimawandels. Die mediale und öffentliche Wortwahl zeigt häufig eine politische Entwicklung oder gesellschaftliche Stimmung und gibt somit einen spannenden Blick in die Zeitgeschichte des Landes.
Maren Pauli von der Sprachlernplattform Babbel analysiert die 12 Wörter, die das Jahr 2022 besonders geprägt haben: „Das vergangene Jahr zeigt ganz wunderbar, die Flexibilität und Genauigkeit der deutschen Sprache: aus zwei verschiedenen Nomen wird ein neues Komposita und damit kann ein bisher nie da gewesenes Ereignis exakt und treffend beschrieben werden. Obwohl 2022 viele Wörter negativ konnotiert sind, kann man daraus ableiten, was die Menschen gerade beschäftigt. Und manche davon sind extra provokativ, um eben Missstände besonders auszudrücken oder sie verdeutlichen nachdrücklich einen politischen Standpunkt.“

Januar: Pushback. Das Unwort des Jahres 2021 steht für die Zurückweisung von Geflüchteten an den europäischen Grenzen. Mit diesem Euphemismus soll diese menschenverachtende Praxis verharmlost werden.

Februar: Thronjubiläum. Queen Elizabeth feierte im Februar ihr 70. Thronjubiläum und auch hierzulande wurde dieses historische Ereignis mit gesteigertem Interesse medial verfolgt. Dieses ganz normale Kompositum beschreibt einen bis dato nie da gewesenen Jahrestag – und einen solchen wird es auch so nicht mehr geben, denn die Queen verstirbt im September 2022.

März: Oscar-Ohrfeige. Will Smith ohrfeigt Komiker Chris Rock auf der Bühne während der Oscar-Verleihung, nachdem dieser einen Witz über Smiths Frau gemacht hatte. Alliterationen werden gern in Überschriften verwendet, da sie den Lesenden schneller ins Auge fallen.

April: Angriffskrieg. Insbesondere in der ersten Zeit nach Ausbruch des Krieges rangen Politiker:innnen und Reporter:innen um Formulierungen in der Öffentlichkeit, wie man die Kampfhandlungen in der Ukraine nennen soll, bis schließlich klar definiert wurde, dass Russland die Ukraine angegriffen und einen Krieg begonnen hat. Diese Wortwahl ist ganz klar negativ konnotiert und auch beschuldigend, denn „Krieg“ alleine bezeichnet schon, was passiert. Mit „Angriffskrieg“ wird jedoch ein deutlicher politischer Standpunkt eingenommen.

Mai: Teuerungswelle. Hohe Heizkosten, teurere Lebensmittel – die Deutschen mussten dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen. Das deutschsprachige Synonym für Inflation verdeutlicht die steigenden Preise und stellt eine analoge Wortbildung zum Begriff Coronawelle dar und hat damit eine verbindende Wirkung auf die Menschen.

Juni: 9-Euro-Ticket. Drei Monate lang ist die Nutzung der Öffis deutschlandweit für neun Euro pro Monat möglich, 52 Mio. Tickets wurden zusätzlich in dem Aktionszeitraum gebucht.

Juli: Gletschersturz. Im Juli ereignete sich der Gletschersturz an der Marmolata, dem höchsten Berg der Dolomiten. Ein riesiger Eisblock löste sich vom Gletscher und stürzte ins Tal. Elf Menschen kamen ums Leben. Expert:innen sind sich einig, dass die Katastrophe eine Folge des Klimawandels war.

August: Rekord-Niedrigwasser. Extreme Wetterphänomene haben in diesem Jahr sichtbar zugenommen. Ausbleibende Niederschläge, starke Hitze und Trockenheit führten in diesem Sommer in Deutschland zu niedrigen Flusspegeln. So sank z.B. der Flusspegel im Rhein so tief wie noch nie zuvor.

September: Energiekrise. Die Energieversorgung wird knapp, die Menschen werden von der Politik zum Sparen angehalten, die Gaspreisbremse soll die Verbraucher:innen schützen. Dieses eine Wort beschreibt eine komplexe politische und wirtschaftliche Problematik. Es ist eine Vereinfachung und Konzentrierung des Sachverhaltes.

Oktober: Doppelwumms. Der von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgesprochene „Doppelwumms“ soll die Folgen der Energiekrise abmildern. Ein bildhaftes Wort, hinter dem jedoch ein Mehr von 200 Milliarden Euro Schulden stecken. Es ist eine Onomatopoetika bzw. ein lautmalerischer Ausdruck, der den Eindruck davon erzeugt, wie ein nichtmenschlicher Laut klingt. Der Doppelwumms erntete aber Kritik: Der Ausdruck sei infantil und populistisch.

November: Twitterübernahme. Tech-Tycoon Elon Musk ist ein Dauergarant für Schlagzeilen. Auch als er der neue CEO von Twitter wurde, entwickelte sich dies zu einem sehr heißen Thema in der deutschen Presse und mündete in Diskussionen über Größenwahn und die Redefreiheit an sich.

Dezember: Klimakleber. Die Aktivist:innen der „Letzten Generation“ kleben sich mit einem speziellen Klebstoff fest, um Abläufe im Alltag zu stören und das Bewusstsein auf den Klimawandel zu lenken. Diese Alliteration zieht sehr viel Aufmerksamkeit auf sich und drückt gleichzeitig genau aus, was passiert. Obwohl die Aktionen umstritten sind, haben die Aktivist:innen es geschafft, die Menschen zum Diskutieren zu bringen.

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