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„Kiki“, „Jiggy“ und „Leider geil“: Wie Slangwörter durch Musik Eingang in unsere Sprache finden

Berlin, 02. August 2021. Sprache und Musik sind eng verwandte Fähigkeiten, bei denen Melodie, Sprechrhythmus und Intonation zentrale Elemente sind. Musik hilft uns sogar neue Sprachen zu erlernen oder schenkt uns immer wieder neue, bunte Wörter und Soziolekte. Wie (Pop)musik ein Türöffner für Sprachen sein kann und welchen Einfluss Songs auf Alltagssprache haben, verraten die Sprachwissenschaftler:innen von Babbel: Ab August startet Babbel mehrere Live-Sprachkurse, in denen anhand bekannter Popsongs (z. B. “Leave the door open” von Bruno Mars, Anderson Paak und Silk Sonic) englische Alltagssprache und kuriose Ausdrücke geübt werden. Eine Preview geben die Expert:innen mit einer Liste der berühmtesten Songslangs, die eine Spur in unserer Sprache und Popkultur hinterlassen haben:

„YOLO” – Drake “The Motto”, 2012

“YOLO” ist ein Akronym für “You Only Live Once” („Man lebt nur einmal“) und ein Aufruf dazu, Chancen zu nutzen und Spaß zu haben. Oft wird es als Carpe diem der jüngeren Generationen beschrieben, ruft in seiner Bedeutung aber stärker zu Leichtsinn und Unvernunft auf. Auch wenn es bereits vorher vereinzelt in der Popkultur Verwendung fand, wurde es erst 2012 durch Drake’s Song „The Motto“ zum Schlagwort der Jugend. In Deutschland wurde „YOLO“ 2012 Jugendwort des Jahres.

„Twerk“ – DJ Jubilee “Jubilee All”, 1993

Der Begriff „Twerk“ beschreibt eine sexuell anzügliche Art und Weise zu tanzen und soll dem Oxford English Dictionary zufolge bereits seit ca. 1820 mit ähnlicher Bedeutungszuschreibung in Verwendung sein. Musikalisch wurde es erstmals in einem Song von DJ Jubilee aus den 90er Jahren verwendet. Doch erst die Twerking-Einlagen von Popstars wie Miley Cyrus auf großen Bühnen bewirkten die Aufnahme des Wortes in den Mainstream-Wortschatz und in die Verwendung in zahllosen weiteren Songs.

„Shizzle“ – Snoop Dogg

„Shizzle“ ist ein Slangausdruck für „for sure“ („sicher“) und geprägt vom US-Rapper Snoop Dogg, der das Suffix -izzle in seinen Texten an beliebige Worte anhängt. In machen Kontexten wird „Shizzle“ auch anstatt des Ausdrucks „shit“ verwendet. „Shizzle“ wurde so beliebt, dass es 2015 sogar vom Oxford English Dictionary aufgenommen wurde und seitdem sogar bei Scrabble erlaubt ist.

„Low key“ – Drake diverse Songs

“Low key” beschreibt etwas, das jemand eigentlich will, diesen Wunsch aber nicht Preis geben möchte wie z. B. “I might order the salad, but I’m low key craving the pasta.” („Ich werde wohl den Salat nehmen, obwohl ich eigentlich Lust auf Pasta habe“). Die Formulierung hat ihren Ursprung in der US-amerikanischen Hip-Hop-Kultur und erlangte breite Bekanntheit durch diverse Songs vom kanadischen Rapper Drake. In der deutschen Jugendsprache wird „low key“ verwendet, wenn jemand etwas Peinliches zugibt oder etwas macht, dass geheim bleiben soll.

„Jiggy“ – Will Smith „Gettin’ jiggy with it”, 1997

“Jiggy” bedeutet so viel wie aufgeregt, lebendig oder auch hemmungslos und wird häufig mit wildem Tanzen aber auch mit sexueller Konnotation verwendet. Erstmals im Viertel Harlem in New York der 90er Jahre verwendet, bekam das Slangwort verstärkte Aufmerksamkeit mit Will Smith’s Song „Gettin‘ jiggy with it“. Seitdem gehört es zum Wortschatz vor allem von amerikanischen Jugendlichen.

„Sussudio“ – Phil Collins „Sussudio“, 1985

Auch ein Oldie gehört in diese Liste: Das Nonsens-Wort „Sussudio“ bezieht sich auf ein Mädchen, in das ein Junge sich verliebt hat, er aber unfähig ist mit ihr zu sprechen. Phil Collins zufolge sei ihm das komplett ausgedachte Wort einfach aus dem Mund gepurzelt, während er den Song schrieb. Eigentlich sollte das Wort noch ersetzt werden, Collins fand aber keine passende Beschreibung und entschied, dass „Sussudio“ die Situation ziemlich perfekt beschrieb. Daraus wurde ein Slang, mit dem Jugendliche ihren Liebeskummer ausdrücken konnten.

„Kiki“ – Scissor Sisters „Let’s have a kiki”, 2012

Das amerikanische Wort “Kiki” hat seinen Ursprung in der LGBTQ-Gemeinde der USA und beschreibt eine Party oder ein Treffen mit dem Ziel dort zu tratschen und Gossip auszutauschen. „Kiki“ kann auch als Verb verwendet werden. Der Begriff wurde auch außerhalb der Szene bekannt gemacht durch den Song „Let’s have a kiki“ der US-amerikanischen Band Scissor Sisters, deren Stil stark von der New Yorker Schwulenszene beeinflusst ist.

Natürlich findet sich das Phänomen der Musikslangs auch im deutschen Sprachraum. Die Sprachlernexpert:innen von Babbel haben drei besonders bekannte Beispiele herausgesucht, die durch entsprechende Songs Einzug in unsere Alltagssprache gehalten haben.

„Ahnma“ – Beginner „Ahnma“, 2016

Ahnma ist eine Verkürzung für „(er)ahne mal“ und heißt je nach Kontext so viel wie „rate mal“, „stell dir das mal vor“ oder „komm da mal drauf“. Ahnma kommt aus der Jugendsprache und wird vor allem im norddeutschen Raum rund um Hamburg verwendet. Durch den Song „Ahnma“ der Beginner (feat. Gzuz und Gentleman) erlangte der Ausdruck 2016 auch deutschlandweit Bekanntheit. 

„Babo“ – Haftbefehl „Chabos wissen, wer der Babo ist“, 2012

Der Begriff „Babo“ (Aussprache: [baːbo]) bedeutet in der deutschen Jugendsprache so viel wie Boss oder Anführer und wurde im gesamtdeutschsprachigen Raum durch den Song „Chabos wissen, wer der Babo is“ vom Rapper Haftbefehl bekannt und 2013 zum Jugendwort des Jahres gewählt. „Babo“ stammt ursprünglich aus dem balkanischen Romani und bedeutet Vater, findet sich in gleicher Lautung aber auch im Bosnischen. In Deutschland wird der Begriff für Respektpersonen verwendet und ist eines von vielen Beispielen für Lehnwörter der multiethnischen Jugendsprache.

„Leider geil“ – Deichkind „Leider geil“, 2012

Wenn eine Situation peinlich, ausgeufert oder in irgendeiner Form schief gelaufen, aber trotzdem witzig ist und später garantiert als gute Geschichte erzählt werden kann, ist sie „leider geil“. Der Ausdruck geht auf den gleichnamigen Song von Deichkind zurück, der 2012 bei keiner Party fehlen durfte und inzwischen zweifellos Kultstatus hat.

Über Babbel: 

Mit Babbel lernen Millionen von Menschen weltweit eine neue Sprache. Die Online-Sprachkurse der Babbel-App, der virtuelle Gruppenunterricht mit Babbel Live, die Sprachreisen von Babbel Travel und Babbel für Unternehmen helfen Lernenden dabei, so schnell wie möglich echte Unterhaltungen in einer neuen Sprache zu führen. Und es funktioniert: Zahlreiche wissenschaftliche Studien, unter anderem der Yale University und der City University of New York, belegen Babbels Effektivität. 

Babbel verbindet das Wissen von Sprachlernexpert:innen mit neuester Technologie: Mehr als 60.000 Lektionen mit 50 Stunden Videoinhalt und 70 Podcast-Episoden in 14 Sprachen wurden von mehr als 150 Sprachlernexpert:innen individuell für verschiedene Ausgangssprachen und Lernbedürfnisse entwickelt. Live-Sprachunterricht, Spiele und Videos runden das Sprachlernerlebnis ab. Kontinuierlich wird der Lernfortschritt analysiert und einzelne Lektionen werden auf Basis zahlreicher Daten angepasst und optimiert. 

Mit Babbel kann jeder eine Sprache lernen – deshalb ist das Babbel-Team genauso vielfältig wie die Sprachkurse: 750 Mitarbeitende repräsentierenmehr als 60 verschiedene Nationalitäten, unterschiedliche Geschlechter, Herkünfte und Überzeugungen an den Standorten Berlin und New York. 2007 startete Babbel den Online-Sprachlernmarkt und ist heute, mit über zehn Millionen verkauften Abonnements, die erfolgreichste Sprachlern-App weltweit. Weitere Informationen unter www.babbel.de

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Martina Dach, E-Mail: mdach@babbel.com 

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