Mittelständler sollten ihre digitale Zukunft in die Hand nehmen

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Kommentar von Dr. René Mauer, Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der ESCP Europe Berlin, zum aktuellen EFI – Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands.

Wenn Dr. René Mauer morgens zum Berliner Standort der ESCP Europe von Mitte nach Charlottenburg fährt, dann hat er ein gutes Gefühl mit Blick auf Deutschlands Zukunft. Denn in Berlin bewegt er sich in einer Art Silicon Valley Europas: Mehr als 2.500 Startups gibt es hier. Viele weitere Unternehmen tummeln sich als IT-Technologiepartner oder Dienstleister in dieser Wachstumsbranche. Für ihn hat Berlin daher reichlich Zukunft.

Für die in Deutschland traditionell starken Produktions-, Handels- oder Dienstleistungsstandorte wie Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Hamburg soll die Situation aber anders aussehen. Der Grund wird im neuen „Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands“ einer von der Bundesregierung einberufenen Expertenkommission (EFI) beschrieben. Vordergründig bescheinigt das Gutachten, dass kleine und mittelständische Unternehmen, auch im Vergleich zum Ausland, noch immer viel zu wenig Geld in Innovationen und Digitalisierungstechnologien investieren. „Die Statistiken lassen sich diskutieren. Wirklich interessant und hilfreich ist das Gutachten, wenn es in die Details geht. Ich kann nur jedem Mittelständler die Lektüre empfehlen, um den eigenen Status und die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten im Marktvergleich beurteilen zu können“ resümiert Dr. René Mauer, Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der ESCP Europe Berlin.

Die noch vor wenigen Jahren befürchtete digitale Spaltung der Bevölkerung treffe nun viel mehr auf die Wirtschaft zu. Denn bei vielen Dax-Konzernen fließe durchaus viel Geld in die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. „Es geht überhaupt nicht darum, dass jeder Maschinenbauer im Bergischen Land ab sofort einen Geschäftsbereich eröffnet, in dem Apple nachgeahmt wird. Sehr wohl sollten viele Unternehmen aber rasch ein tieferes Verständnis für digitale Prozesse und Geschäftsmodelle entwickeln. Das Problem ist: Noch weiß keiner wirklich, was das genau bedeutet. Eine wichtige Erkenntnis ist hier jedoch, dass Digitalisierung bei Weitem nicht nur für digitale Produkte eine Rolle spielt. Das Gutachten gibt hier hilfreiche Hinweise, wie auch der besagte Maschinenbauer die Digitalisierung konkret auf Potenziale für neue Geschäftsmodelle abklopfen kann.“

Was Unternehmer jetzt bräuchten, sei 1. Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten, 2. der Erwerb eigener Kompetenz in der Entwicklung digitaler Strategien, ihrer Auswirkungen und Chancen – wie erstmals im neuen, berufsbegleitenden Master-Programm „Digital Innovation and Entrepreneurial Leadership“ der ESCP Europe möglich und 3. staatliche Unterstützung in Form von adäquater digitaler Infrastruktur oder entsprechender Investitionsanreize.

„Immer wieder liefern erfolgreiche Startups den Beweis“, so Mauers Beobachtung, „dass mit disruptiven Ideen die Kleinen die Großen schlagen könnten. Wer sich also im Mittelstand etwas traut, der wird mit guten Chancen belohnt. Wer nicht, verpasst die Zukunft und riskiert es, verdrängt zu werden, Margen zu verlieren oder verkaufen zu müssen.

Weitere Informationen

Neues Master-Programm für Unternehmer und Manager: Executive Master in Digital Innovation and Entrepreneurial Leadership
Die Berliner Business School ESCP Europe startet mit dem Executive Master in Digital Innovation and Entrepreneurial Leadership ab April 2016 einen neuen Master für Professionals. Das Programm richtet sich an Projekt- und Innovationsverantwortliche, von kleinen bis Großunternehmen, Familienunternehmen sowie an Gründer, die Projekte, Innovationen oder Geschäftsmodelle initiieren oder weiter entwickeln wollen. Die berufsbegleitenden Seminarmodule finden in Berlin, Shanghai, Paris und im Silicon Valley statt.

Das Ziel des Programms ist die konzeptionellen und unternehmerischen Fähigkeiten der Teilnehmer zu stärken, zu entwickeln und neue Geschäftsmöglichkeiten vor dem Hintergrund der digitalen Herausforderungen zu identifizieren und umzusetzen. Die Blue Factory, der Startup-Inkubator der ESCP Europe in Paris, Berlin und Madrid, eröffnet ergänzend zum Studienprogramm einen Rahmen für erfolgreiche Unternehmensgründungen. Die Teilnehmer tauschen sich mit erfolgreichen Unternehmern und Praktikern aus, die ihre Projekte als Mentoren und Ratgeber begleiten.

Unternehmerschule: Unternehmerischen Erfolg schärfen
Die Unternehmerschule der ESCP Europe geht ins dritte Jahr. Das Leadership-Programm für Innovationskultur unterstützt Professionals und fördert das unternehmerische Denken und Handeln für die erfolgreiche Umsetzung neuer Business Modelle. Die Absolventen der letzten beiden Unternehmerschulen gehen inzwischen Projekt- und Führungsaufgaben z. B. bei der Bayer AG, der Deutschen Telekom AG, der EnBW Energie Baden-Württemberg AG oder der PAYBACK GmbH an. Das Besondere an der Unternehmerschule ist, dass alle Kurse im Tandem-Teaching stattfinden und gemeinsam von einem Fakultätsmitglied der ESCP Europe und einem erfahrenen Praktiker gestaltet werden. Dafür kooperiert die Unternehmerschule mit dem Unternehmerclub Berlin, der Ableton AG, dem Axel Springer Plug & Play Accelerator, dem Inkubator Hub:raum und Sasserath Munzinger Plus. Das integrierte Mentoring-Programm unterstützt die Teilnehmer auch zwischen den Modulen durch individuelle Beratung und Coaching.

Weitere Informationen zum Master und der Unternehmerschule:
www.escpeurope.de/entrepreneurship | http://escpeurope-unternehmerschule.de/

Über die ESCP Europe
Die ESCP Europe, die weltweit älteste Wirtschaftshochschule (est. 1819), mit ihrem seit 1973 bestehenden Multi-Campus Modell in Berlin, London, Madrid, Paris, Turin und Warschau „lebt“ und fördert aktiv den europäischen Gedanken. Heute hat die ESCP Europe rund 4.000 Studierende und 5.000 Executives aus über 90 Nationen an ihren sechs europäischen Standorten. Die ESCP Europe in Berlin ist als wissenschaftliche Hochschule staatlich anerkannt und bundesweit die erste Hochschule, die von allen drei wichtigen internationalen Akkreditierungsagenturen – AACSB, AMBA und EFMD (EQUIS) – anerkannt wurde und damit die so genannte „Triple Crown“ erhalten hat. Als solche kann sie Abschlüsse verleihen, inklusive Doktortitel. Ihr Erfolg spiegelt sich auch in Rankings wider – im FT European Business School Ranking belegt die ESCP Europe regelmäßig Spitzenplätze.

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