Der wenig smarte Smart Meter-Rollout: Wie die historische Chance auf eine verbraucherfreundliche Digitalisierung der Stromversorgung vertan wird

  • Smart Meter-Rollout ohne Smart Meter: Der flächendeckende Einbau moderner Messeinrichtungen (mME) bringt keinen Mehrwert für Verbraucher
  • Moderne Messeinrichtungen (mME) leisten keinen Beitrag zur Energiewende
  • Stromsparpotenziale, die richtige Smart Meter bieten, bleiben ungenutzt
  • Verbraucher können jedoch selbst aktiv werden und den Einbau einer mME verhindern

Berlin, 30. Januar 2019. Der Smart Meter-Rollout startet dieser Tage und die Netzbetreiber haben bereits begonnen, bei Stromkunden moderne Messeinrichtungen (mME) einzubauen oder über die anstehende Installation zu benachrichtigen. Viele Verbraucher – und gerade die ältere Generation – sind mit dieser Ankündigung überfordert, da sie in den meisten Fällen noch nie etwas vom Smart Meter-Rollout gehört haben. Vor allem der in den Anschreiben erwähnte Aspekt, dass der Rollout vom Gesetzgeber beschlossen wurde, kann bei Stromkunden das Gefühl vermitteln, dass sie keine Alternative haben. Dabei wird gerade der Nutzen der mME in Fachkreisen kritisch hinterfragt. Doch was genau hat es mit dem Smart Meter-Rollout auf sich? Und wie können Stromkunden auf solche Ankündigungsschreiben reagieren? Darüber klären die Experten von Fresh Energy auf.

Die moderne Messeinrichtung (mME) bietet Verbrauchern keinen Mehrwert

Der Austausch der alten analogen Stromzähler hat begonnen, die bis 2032 flächendeckend in Deutschland durch digitale Zähler ersetzt werden sollen. Was auf den ersten Blick wie ein großer Schritt in Richtung digitale Zukunft der Stromversorgung aussieht, ist in Wirklichkeit eher eine teure Augenwischerei. „Der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Smart Meter-Rollout ist alles andere als smart“, erklärt Christian Bogatu, CEO von Fresh Energy (https://www.getfresh.energy/), dem Anbieter von Mehrwerten basierend auf Smart Meter-Daten. Tatsächlich handelt es sich bei der neuen digitalen Messtechnik, welche die alten Ferraris-Zähler ersetzt, nämlich nicht um echte Smart Meter, sondern nur um sogenannte moderne Messeinrichtungen (mME).

„Dieser Gerätetyp hat überhaupt keinen erkennbaren Mehrwert für Verbraucher“, erklärt Bogatu. Eine mME kann keine Daten übertragen, weshalb eine Fernablesung des Zählerstandes damit nach wie vor nicht möglich ist. Das bedeutet, dass auch zukünftig noch vor der Zustellung der Jahresabrechnung der Ableser ins Haus kommt bzw. die Kunden die Zählerstände selbst ablesen und übermitteln müssen. Eine monatliche Abrechnung, die den tatsächlichen Stromverbrauch des vergangenen Kalendermonats berücksichtigt, ist damit weiterhin nicht möglich. Die zu entrichtenden Abschläge auf den Monatsrechnungen bleiben daher Schätzwerte und entsprechen nicht dem tatsächlichen Stromverbrauch. Stromkunden müssen am Jahresende also immer noch nachzahlen oder leisten monatlich zu hohe Abschläge – ein quasi kostenloser Kredit für den Stromanbieter. Die jährliche Wartungsgebühr für mME, welche die Messstellenbetreiber von den Stromkonsumenten verlangen dürfen, beträgt 20 Euro und verdoppelt damit die bisherige jährliche Durchschnittsgebühr von 10 Euro für die alten Ferraris-Zähler.

Mit der Taschenlampe in den Keller – „Digital ist anders“

Mit dem Einbau digitaler Stromzähler beabsichtigt der Gesetzgeber, die Digitalisierung der Energiewende zu unterstützen, indem Verbraucher mehr Transparenz über ihren eigenen Stromverbrauch erhalten, um diese zum Stromsparen zu animieren.* „Diesem Anspruch werden mME jedoch nicht gerecht“, so Bogatu. Wenn der Stromkunde die mME regelmäßig auf Null stellt, zeigt der digitale Stromzähler zwar die aktuelle Leistung des Gesamtstromverbrauchs im Haushalt für einen (selbst-)bestimmten Zeitraum an. Auch kann der Stromverbrauch der vergangenen 7, 30, 365 und 730 Tage nachvollzogen werden – dies jedoch auf eine Art und Weise, die umständlicher kaum sein könnte: Verbraucher, die sich über ihren Stromverbrauch informieren wollen, benötigen hierzu eine Taschenlampe, um den Lichtsensor der mME anzuleuchten. Nach einem doppelten Lichtsignal etwa zeigt das Display die aktuelle Leistung, nach dreizehnmaligem Leuchten den Verbrauch der letzten 365 Tage. „Digital ist anders. Ein analogeres Ablesen kann man sich kaum vorstellen. Der Mehrwert für die Verbraucher ist damit gleich null“, so Bogatu.

Besonders wundert sich Bogatu über die vertane Chance, welche der flächendeckende Einbau von richtigen Smart Metern mit sinnvollen Anwendungen geboten hätte. „In Deutschland werden im Rahmen des Smart Meter-Rollouts nach unseren Schätzungen zufolge insgesamt ca. 39 Millionen mME eingebaut. Die Herstell- und Einbaukosten pro mME betragen schätzungsweise zwischen 120 und 130 Euro, was für das Bundesgebiet hochgerechnet eine Gesamtinvestition von ca.  5 Milliarden Euro bedeutet. Dieses Geld hätte man sinnvoller investieren können“, so Bogatu. „Ein Rollout mit wirklichen smarten Stromzählern könnte eine große Sache sein – was den Verbrauchernutzen sowie den Umweltschutz anbelangt.“

Einen Mehrwert bietet nur ein Smart Meter, der hochaufgelöste Daten kommuniziert

„Verbraucher haben aber die Möglichkeit, sich dennoch große Vorteile zu verschaffen “, erklärt Bogatu. Nur wenigen Stromkunden ist bekannt, dass sie den Messstellenbetreiber wechseln können. Jeder Verbraucher hat drei Verträge, auch wenn er dies in der Regel nicht weiß, weil diese zumeist in einem Vertrag gebündelt sind: einen mit dem Netzbetreiber, einen mit dem Messstellenbetreiber und einen weiteren mit dem Stromanbieter. Bei den letzten beiden besteht für jeden Verbraucher eine freie Wahlmöglichkeit. Bei Kunden, die von der Wahlmöglichkeit eines Messstellenbetreibers keinen Gebrauch machen, ist der Netzbetreiber in der Regel auch automatisch grundzuständiger Messstellenbetreiber (gMSB).

Einen wirklichen Mehrwert bringt der Wechsel zu einem anderen Messstellenbetreiber nur, wenn dieser einen echten Smart Meter anbietet, der hochaufgelöste Daten sekündlich an ein gesichertes Rechenzentrum sendet. Der Smart Meter wird über eine Powerline oder LTE/GSM-Module angebunden, was eine Fernablesung des Stromverbrauchs ermöglicht. Der Nutzen für Verbraucher besteht außerdem darin, dass die generierten Informationen ausgewertet und wieder an den Stromkonsumenten zurückgespielt werden – dies als zeitgemäße Lösung in einer App, die den aktuellen Stromverbrauch anzeigt. „Statt mit der Taschenlampe im Dunkeln im Keller zu stehen, erhält der Kunde somit eine Echtzeitauswertung seines Stromverbrauchs auf dem Smartphone. Das nennen wir smart“, erklärt Bogatu.

Wirkliche Smart Meter bieten enorme Stromsparpotenziale

Fresh Energy bietet seinen Stromkunden durch den Einsatz des Smart Meters eine monatliche Stromrechnung, die den tatsächlichen Stromverbrauch widerspiegelt. Überhöhte Vorauszahlungen oder ärgerliche Nachzahlungen am Jahresende entfallen damit. Vor allem aber bietet Fresh Energy mit dem Smart Meter dem Stromkunden über eine App die Live-Visualisierung seines Stromkonsums sowie einen Überblick über den Verbrauch einzelner im Haushalt genutzter Geräte.

Eine Studie zeigt, dass Kunden allein durch eine Live-Visualisierung ihres Stromverbrauchs durchschnittlich über zwölf Prozent ihres jährlichen Stroms aktiv einsparen.** Bei einer Familie mit zwei oder drei Kindern bedeutet dies eine Ersparnis von 120 bis 150 Euro pro Jahr. Darüber freut sich nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Hochgerechnet auf den privaten Gesamtstromverbrauch in Deutschland – der ein Viertel des Stromverbrauchs im Land ausmacht – ergeben sich daraus 15,45 Terawattstunden an möglichen Einsparungen pro Jahr. Das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg beispielsweise erzeugt jährlich im normalen Betrieb 11,5 Terawattstunden Strom, wobei es 8,7 Millionen Tonnen an CO2 freisetzt.*** Ein flächendeckender Einsatz wirklicher Smart Meter würde also einen enormen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wer sich als Verbraucher für eine solch sinnvolle Lösung entscheiden will, sollte sich allerdings beeilen. Zwar können Eigenheimbesitzer auch zukünftig noch selbst ihren Messstellenbetreiber wählen. Doch entfällt ab 2021 diese Option für Mieter, insofern der Vermieter einen Messstellenbetreiber wählt und die gesamte Immobilie mit einem intelligenten Messsystem ausstattet, das gleich mehrere Sparten bündelt. Wer jetzt noch einen Smart Meter von Fresh Energy mit einem wirklichen Mehrwert einbaut, genießt für diesen einen Bestandsschutz für acht Jahre.

Quellen:

*https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Verbraucher/NetzanschlussUndMessung/SmartMetering/SmartMeter_node.html (abgerufen am 29.01.2019)

** Armel, Gupta, Shrimali & Albert 2012: Is disaggregation the holy grail of energy efficiency? The case of electricity.

*** https://kraftwerk-moorburg.hamburg/kraftwerk-moorburg/faqs/ (abgerufen am 29.01.2019)

Weitere Quellen:

Über Fresh Energy

Fresh Energy bietet Mehrwerte basierend auf Smart Meter-Daten – als voll digitaler Stromdienstleister für Stromversorger. Der Smart Meter misst den gesamten Stromverbrauch und erkennt durch selbstlernende Algorithmen die Verbrauchsmuster einzelner Geräte oder Gerätegruppen. Entsprechend kann der Geräteverbrauch einzeln ausgewiesen und für den Kunden als Live-Visualisierung dargestellt werden. Fresh Energy ermöglicht damit auch die Abrechnung des Stromverbrauchs auf Monatsbasis. Somit gibt es garantiert keine Nachzahlungen – die Kunden zahlen monatlich nur das, was sie tatsächlich verbrauchen. Dadurch fördert Fresh Energy einen bewussten Energiekonsum und hilft, Sparpotenziale voll auszuschöpfen.

Alle Services von Fresh Energy sind auch als White Label-Lösungen integrierbar. Dieses innovative Konzept findet auch staatlichen Zuspruch: Ende 2017 bekam das GreenTech-Unternehmen 1 Million Euro Fördergelder von dem BMWi und dem BAFA für die Teilnahme an dem staatlichen Förderprogramm „Einsparzähler“ zur Initiierung von smarten Energieeinsparungen. Fresh Energy ist im April 2017 von Dr.-Ing. Christian Bogatu (CEO) und Daniel von Gaertner (COO & CPO) in Berlin gegründet worden und beschäftigt aktuell 30 Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.getfresh.energy

 

Kontakt:

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Anja Wiebensohn / Daniel Kuppel

Münzstraße 18, 10178 Berlin

Tel.: (030)-219159-60, freshenergy@markengold.de

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