5 Tipps, um psychische Belastung im Job zu erkennen und anzusprechen
Psychische Belastungen zählen mit durchschnittlich 28,5 Fehltagen* zu den häufigsten Ursachen für längere Fehlzeiten im Arbeitskontext. Gleichzeitig bleiben sie oft lange unbemerkt, da sie sich schleichend entwickeln und individuell unterschiedlich wahrgenommen werden. Ohne frühzeitige Gegenmaßnahmen können sie zu Leistungseinbußen, langen Ausfallzeiten oder ernsthaften Erkrankungen führen. Zudem sorgt die Unsicherheit darüber, was privat ist und wo berufliche Verantwortung beginnt, häufig für Zurückhaltung im Umgang mit Arbeitskollegen. Die folgenden fünf Tipps geben Orientierung, sowohl für Beschäftigten als auch für Führungskräfte.
- Veränderungen wahrnehmen und beobachten
Erste Hinweise auf psychische Belastung zeigen sich häufig in Veränderungen im Verhalten, in Emotionen, körperlichen Reaktionen oder kognitiven Fähigkeiten. Dazu zählen unter anderem Leistungsrückgang, häufige Fehlzeiten, sozialer Rückzug, Gereiztheit, Überforderung, Schlafprobleme, Nervosität sowie Gedächtnis- oder Konzentrationsschwierigkeiten. Entscheidend ist die Entwicklung über einen längeren Zeitraum, also ob sich eine Person im Vergleich zu früher deutlich verändert hat.
- Warnsignale im Zusammenhang betrachten
Auch bestimmte Verhaltensmuster können auf ein erhöhtes Stresslevel hinweisen. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Überstunden, das wiederholte Annehmen zusätzlicher Aufgaben trotz hoher Auslastung oder eine ablehnende Haltung gegenüber Neuerungen. Solche Anzeichen sollten nicht isoliert bewertet, sondern im Gesamtbild betrachtet werden.
- Gespräche respektvoll und wertfrei führen
Wenn sich Hinweise verdichten, kann ein Gespräch sinnvoll sein. Dabei kommt es auf eine neutrale und wertfreie Ansprache an. Beobachtungen sollten sachlich und ohne Bewertung geschildert und mit offenen Fragen ergänzt werden, zum Beispiel: „Mir ist aufgefallen, dass sich in letzter Zeit einiges verändert hat. Geht es dir gut?“ oder „Ich habe den Eindruck, dass deine Arbeitsbelastung aktuell sehr hoch ist. Willst du darüber sprechen?“ Diese Fragen ermöglichen Raum für Austausch. Wichtig ist, keine Diagnosen zu stellen oder vorschnelle Schlüsse zu ziehen, sondern Interesse zu zeigen und Unterstützung anzubieten.
- Zuhören und Verständnis zeigen
Eine offene und empathische Haltung schafft Vertrauen. Es ist wichtig, der betroffenen Person Raum zu geben, ihre Perspektive zu schildern, sofern sie das möchte. Nicht jede Person ist sofort bereit, über Belastungen zu sprechen. Ein signalisiertes offenes Ohr kann jedoch langfristig dazu beitragen, dass Unterstützung angenommen wird.
- Hilfsangebote sichtbar machen und einbeziehen
Bei Bedarf und wenn es die Situation erlaubt, kann es hilfreich sein, auf bestehende Unterstützungsangebote hinzuweisen. Dazu zählen interne Anlaufstellen ebenso wie externe Beratungs- und Gesundheitsangebote. Digitale Plattformen wie die von Acture bieten Materialien, Workshops und andere niedrigschwellige Formate, die anonym genutzt werden können. Je nach betrieblichem Gesundheitsmanagement stehen zudem persönliche Gespräche mit Psychologinnen und Psychologen oder Coaches zur Verfügung. Entscheidend ist, dass diese Angebote bekannt sind und unkompliziert in Anspruch genommen werden können.
„Psychische Belastungen entwickeln sich häufig über einen längeren Zeitraum und werden im Arbeitsalltag nicht immer sofort sichtbar“, so Alex Hamacher, CEO von Acture in Deutschland. „Umso wichtiger ist es, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und eine Kultur zu schaffen, in der offen über Belastungen gesprochen und Unterstützung angenommen werden kann.“
Extra-Tipp für Führungskräfte: Arbeitsumfeld aktiv gestalten
Führungskräfte tragen eine besondere Verantwortung für die Gesundheit ihres Teams. Wenn mehrere Warnsignale über einen längeren Zeitraum auftreten, sollte ein strukturiertes, wertfreies Gespräch initiiert werden, um Unterstützung anzubieten und ggf. Maßnahmen zur Entlastung einzuleiten.
Konkrete Maßnahmen können helfen, Belastungen zu reduzieren: eine faire Aufgabenverteilung, realistische Zielsetzungen, die Reflexion von Prozessen und Arbeitseffizienz, die Stärkung der teaminternen Unterstützung, die Förderung von Pausen und Erholung, der Einbezug von Gesundheitsangeboten sowie flexible Arbeitsbedingungen. Ein kontinuierlicher Austausch, regelmäßige Reflexion des Führungsverhaltens und das Festhalten vereinbarter Maßnahmen sichern langfristig das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und die Leistungsfähigkeit des Teams.
* https://www.aok.de/pp/gg/update/wido-fehlzeiten-2025/, abgerufen am 25.03.2026
Über Acture
Acture ist führender Dienstleister für das Mitarbeiterwohlbefinden in den Niederlanden und seit 2023 in Deutschland aktiv. Seit 2008 bietet das Unternehmen ganzheitliche Lösungen mit der Mission, eine gesunde und leistungsfähige Belegschaft zu fördern. Kern des Angebots ist das Employee Welfare Program (EWP), eine umfassende Lösung, die Unternehmen ein effizientes und nachhaltiges Gesundheitsmanagement ermöglicht. Ergänzt wird das EWP durch einen Blended-Care-Ansatz, der Selbstfürsorge, Interaktion und Intervention miteinander verbindet.
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