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Selbstvermarktung: Unlauteres Mittel oder nötiges Übel?

Iserlohn, Berlin, Hamburg, 9. März 2020. Das Internet und soziale Medien machen es möglich – jeder kann seine eigene Öffentlichkeit generieren, sich selbst vermarkten. Insbesondere Design- und Kunststudenten empfiehlt Prof. Dr. Peter Cronkrak von der University of Applied Sciences Europe jedoch, sich mehr auf Talententwicklung als auf das Marketing zu konzentrieren. Für den Fotografen und Dokumentarfilmer Prof. Matthias Leupold, Mitgründer der BTK Berliner Technischen Kunsthochschule, aus der 2017 die heutige University of Applied Sciences Europe entstand, steht jedoch fest: Ein Künstler muss sowohl Talent als auch kaufmännische Fähigkeiten besitzen. Nur so kann man die eigene Kunst auch erfolgreich selbst vermarkten.

„Eigentlich muss man sagen: Marketing ist überflüssig, wenn Talent offensichtlich ist. Mein Problem mit Marketing ist, dass es oft zum Hauptfokus junger Designer wird und das Handwerk eine untergeordnete Rolle spielt“, sagt Prof. Dr. Peter Cronkrak, Studiengangsleiter für den Masterstudiengang Visual & Experience Design am Berliner Campus der University of Applied Sciences Europe. Er ist unter anderem Träger des European Design Awards 2018 und des German Design Awards 2018 und beschäftigt sich in seiner Tätigkeit viel mit generativer sowie Datenkunst. „Wenn Design und Kunst für die Gesellschaft wirklich relevant sind, erfordern sie selten Marketing. Zu oft ist Marketing ein Mittel, um etwas zu verkaufen, das niemand braucht.“

Natürlich muss ein Künstler seine Kunst ausstellen – aber das sei nicht dasselbe wie Vermarktung: „Das Werk auszustellen, ist ein wesentlicher Bestandteil des kreativen Prozesses. Mit der Dezentralisierung und Verbreitung von Verbreitungstechnologien und Werbeplattformen für praktisch jeden war es noch nie so einfach, die eigene Arbeit einem Publikum zugänglich zu machen.“

Selbstvermarktung nicht wichtiger als die Kunst
„Die eigene Kunst einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen und sich selbst zu verkaufen, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge“, so Cronkrak. „Die Gefahr der Selbstvermarktung besteht darin, dass der Reiz des Ruhms auf Kosten der Entwicklung der eigenen Arbeit geht. Selten findet man einen Künstler, der beides in Einklang bringen kann. Ich ermutige meine Studierenden, ihre Arbeit mit einer fokussierten Vision anzugehen und Leidenschaft zu fördern. Bei vielen jungen Künstlern tritt der Drang zur Selbstvermarktung oft vor der eigentlichen Arbeit auf.“

Prof. Dr. Crnokrak sieht darin eine gefährliche Entwicklung: „Wenn man mit Leidenschaft gedankenlos umgeht, fällt sie auseinander. Meine Aufgabe als Professor ist es bei meinen Studierenden ein bestimmtes Mindset zu fördern: mit Experimentierfreude als Herzstück und der Fähigkeit, eigene Deutungen von Wirklichkeit zu entwickeln und diese künstlerisch umzusetzen. Niemand braucht noch einen Roboter. Was die Welt heute mehr denn je braucht, sind große Denker.“

Für den Fotografen und Dokumentarfilmer Prof. Matthias Leupold, Mitgründer der BTK Berliner Technischen Kunsthochschule, aus der 2017 die heutige University of Applied Sciences Europe entstand, steht jedoch fest: Ein Künstler muss über 50 Prozent Talent und 50 Prozent kaufmännische Fähigkeiten verfügen. Nur so kann man die eigene Kunst auch erfolgreich selbstvermarkten.

Netzwerk als Instrument der Selbstvermarktung
Das A und O der Selbstvermarktung ist ein persönliches Netzwerk aufbauen und unterhalten. Nur dadurch findet man für eigene Projekte Geldgeber, wie z. B. Kulturstiftungen, Städte, Kinos oder Ausstellungshäuser.

Außerdem ist es wichtig, „sich mit Menschen zu umgeben, die das können, was man selbst nicht kann. Man muss eine gewisse Agilität für verschiedene Bereiche mitbringen, sich selbst kontinuierlich auch in anderen Feldern weiterbilden“, betont Leupold.

Dabei ist es wichtig, auf den persönlichen Kontakt zu setzen anstatt E-Mails an unbekannte Adressaten zu versenden: „Selbstbewusstsein aufbauen, das Telefon in die Hand nehmen und den persönlichen Kontakt suchen. Viele gute Geschäfte werden sowieso erst nachts um 1 Uhr gemacht“, meint Prof. Matthias Leupold.

Sich in der Szene auskennen
„Um die eigene Kunst zu vermarkten, muss man sich in der jeweiligen Szene auskennen und wissen, welche Themen zurzeit in der Luft liegen und wer die jeweiligen Ansprechpartner sind. Möchte man zum Beispiel einen Film an den Mann bringen, muss man wissen, welche Festivals und Kinos sich auf Filme mit dem entsprechenden Thema spezialisiert haben“, so Leupold.

Passion vs. Lebensunterhalt
„Als selbstständiger Künstler muss man auch Projekte lediglich aufgrund der Bezahlung annehmen. Ich vermittle meinen Studierenden die Wichtigkeit der Balance zwischen Passionsprojekten und Auftragsarbeiten; bringe sie in Kontakt mit potentiellen Auftraggebern in der Szene“, schließt Prof. Matthias Leupold ab.

Prof. Dr. Peter Crnokrak & Prof. Matthias Leupold stehen für Interviews und Gastartikel zur Verfügung. Ein kurzes Videointerview mit Peter Crnokrak finden Sie unter https://www.ue-germany.com/blog/uestories-peter

Über die University of Applied Sciences Europe – Iserlohn, Berlin, Hamburg
Die University of Applied Sciences Europe mit Standorten in Iserlohn, Berlin und Hamburg ist eine staatlich anerkannte private Hochschule. Sie bildet in den drei Fachbereichen Wirtschaft; Sport, Medien & Event sowie Art & Design Gestalter und Entscheidungsträger von morgen aus und setzt den Grundstein für Karrieren auf den globalen Jobmärkten der Zukunft. Durch ihr Netzwerk von zahlreichen Partnerschulen weltweit, fördert die University of Applied Sciences Europe einen internationalen und interkulturellen Austausch sowohl in Forschung und Lehre als auch in zahlreichen Praxisprojekten. Alle Bachelor-, Master- und dualen Studiengänge sind staatlich anerkannt und akkreditiert. Darüber hinaus bietet sie duale Studiengänge sowie einen digitalen, internationalen MBA an. Ende 2014 wurde sie für weitere zehn Jahre reakkreditiert und verfügt somit über das in Deutschland größtmögliche wissenschaftliche Qualitätssiegel. Weitere Informationen: https://www.ue-germany.com/

Pressekontakt:
University of Applied Sciences Europe
Susanne Börensen, PR Manager
Tel.: 030 / 338 539 618
E-Mail: susanne.boerensen@gusgermany.de

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