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Die Deutschlandstudie zum Beziehungsleben 2022

Frauen spüren Beziehungsprobleme früher. Männer wollen lieber verzeihen.

Mannheim, 24.05.2022. Die aktuelle Deutschlandstudie zum Beziehungsleben* initiierten Experten und Therapeuten der Plattform couch:now in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke.

Die Befragung von über 1.200 Teilnehmern ab Mitte 20 gibt Einblicke in das heutige Beziehungsleben der Deutschen, Daten über die Zufriedenheit, den relevanten Problemfeldern und dem bevorzugten Umgang in Beziehungskrisen.

Die überwiegende Mehrheit der 1.200 Befragten bindet sich dauerhaft an einen Partner: Über vier von fünf der Befragten leben in einer Langzeitbeziehung von mehr als fünf Jahren Dauer. Sogar 60 Prozent aller Teilnehmer der Studie führen seit über zehn und mehr als 30 Jahren eine feste Partnerschaft. 

Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich bei Krisensensibilität und Lösungsstrategien.Aspekte der Zufriedenheit und Wahrnehmung der Konfliktthemen sind geschlechterspezifisch verschieden ausgeprägt und unterscheiden sich generell ab einer Beziehungsdauer von zehn gemeinsamen Jahren.

Prof. Dr. Christina Hunger-Schoppe von der Universität Witten/Herdecke und Lehrstuhlinhaberin für Klinische Psychologie und Psychotherapie III sowie Leiterin der Abteilung mit Schwerpunkt Systemische Therapie im Zentrum für Psychische Gesundheit und Psychotherapie:  „Zwischenmenschliche Paarbeziehungen und daran geknüpfte Probleme oder gar Krisen sind ein viel beachtetes Forschungsfeld. In einer Partnerschaft wirken sich Probleme auf alle Beteiligten aus. Die Studie zeigt viele neue aufschlussreiche Aspekte zu möglichen Lösungswegen und Erwartungshaltungen an den Partner und/oder die Partnerin. Interessant und neu sind die Erkenntnisse zu Online-Beratungsangeboten bei Beziehungskrisen. Wie in allen Bereichen des Lebens bekommt auch hier das Internet eine immer stärkere Bedeutung.“

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

1/ Je länger die Beziehung andauert, desto zufriedener sind die Partner; Männer zeigen sich dabei insgesamt zufriedener mit der Beziehung. 

  • Langjährige Partnerschaften (>= 10 Jahre) gehen einher mit höherer Gesamtzufriedenheit in allen Lebensbereichen. 
  • Männer äußern sich mit ihrer Beziehung deutlich zufriedener als Frauen.

Dr. Jörg Munkes, Managing Director des betreuenden Marktforschungsinstituts GIM:

„Eine lange Beziehung vermittelt den Beteiligten Sicherheit und, so zeigt es die Deutschlandstudie, auch Zufriedenheit. Paare, die lange zusammen sind, sind ein eingespieltes Team. Sie kennen sich sehr gut und wissen somit auch um Reibungspunkte. Zudem empfinden sie, im Unterschied zu kürzeren Beziehungen, in Krisen weniger subjektive Belastungen.“

2/ Alltagsprobleme sind die stärksten KonflikttreiberUntreue spielt am seltensten eine Rolle in den am häufigsten benannten Krisenthemen.

  • Alltagsprobleme kennzeichnen die häufigsten Beziehungskonflikte: Streit und Diskussionen über vermeintliche Kleinigkeiten sind die meistgenannten Auslöser von Konflikten. 
  • Untreue belegt in der Konflikthäufigkeit den letzten Platz, wobei diese beide Partner jeweils am stärksten belasten würde.
  • In den ersten Jahren empfinden die Deutschen Beziehungskrisen als deutlich belastender. Demgegenüber steigt die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen (Resilienz) resp. diese nicht als „stark“ zu empfinden, in einer Partnerschaft von mehr als zehn Jahren signifikant an.

Dr. Stefan Junker, Mitgründer der Plattform couch:now, promovierter Diplom-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut, dazu:

„Die Studie und auch die Erfahrungen aus der Praxis zeigen deutlich, dass Beziehungen nicht sehr häufig durch einschneidende Themen wie Untreue oder finanzielle Sorgen belastet werden, sondern durch Streit und Diskussionen um vermeintliche Kleinigkeiten. Alltagsprobleme wirken sich auch bei langjährigen Partnerschaften erkennbar am stärksten auf die Beziehung aus. Auch in unserer modernen Gesellschaft ist dies immer noch das relevanteste Beziehungsproblem. “

3/ Frauen spüren Beziehungsbelastungen früher. Sie gehen diese deutlich vielschichtiger an. Männer wollen am liebsten verzeihen.

  • Frauen sehen eine Krise signifikant früher in der Beziehung als ihr Partner.
  • Im Katalog der Reaktionen benennen Frauen deutlich mehr Vorgehensweisen für einen Umgang mit der Krisensituation. 
  • Lösungsweg Nr. 1 ist das Gespräch miteinander: Bei Konfliktthemen wählen alle Teilnehmer die Aussprache als ihre favorisierte Vorgehensweise. 
  • Männer können eher verzeihen und nennen die Vermeidung des Konfliktes als deutlich für sich zutreffender gegenüber den weiblichen Befragten.

Dr. Stefan Junker: „Dass es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Umgang mit Konflikten gibt, ist bekannt. Interessant ist, dass Frauen vielfältigere Reaktionen bei der Bewältigung von Beziehungsproblemen benennen. Männer haben einen erkennbaren Vermeidungsansatz im Konfliktfall. Ein frühzeitiger und bewusster Umgang damit gibt beiden Seiten schon vor einer möglichen Krisenentwicklung Stabilität. Gerade in den Jahren fünf bis zehn der Beziehung ebnet dies den Weg, dass sich eine langjährige Partnerschaft positiv auf die Zufriedenheit im Leben auswirkt.“ 

4/ Frauen würden sich eher als Männer professionellen Rat holen. Dabei kommen Online-Angebote für zwei Drittel der Befragten in Betracht. Kriterien sind Verfügbarkeit und eine flexible Nutzungssituation – für beide Partner. 

  • Frauen erwägen fachlich-professionelle Hilfe zur Beziehungsverbesserung deutlich mehr als Männer. 
  • Eine gemeinsame Nutzung des Angebotes wird von beiden Seiten favorisiert.
  • Die Bereitschaft, sich von Experten oder Coaches beraten zu lassen, haben beide Geschlechter vor allem dann, wenn der Partner oder die Partnerin sie darum bittet. Allerdings zeigen mit über 60 Prozent Frauen eine größere Bereitschaft als Männer.
  • Externe Hilfestellung, ob persönlich oder über Internetangebote, sollte schnell und jederzeit verfügbar sein. Zudem ist die Flexibilität, sich „ein- oder ausklinken zu können“ ein relevantes Kriterium für die Hälfte der Befragten.
  • 65 Prozent können sich vorstellen, sich auf digitalen Kanälen in Beziehungskrisen beraten zu lassen. Rund ein Viertel würden diese Form der Beratung heute bereits wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich nutzen. 

Dr. Stefan Junker: „Das Internet etabliert sich als Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Dr. Google ist längst Fluch und Segen. Im subklinischen Bereich, also bei den untersuchten Beziehungsproblemen, wird Expertenwissen in Videoform als Anregung und Ermutigung zunehmend relevant. Das Angebot maßgeschneiderter und technisch intelligent aufgebauter Inhalte entspricht den genannten Anforderungen, wie die Studie zeigt. Die Verbindung von Expertenwissen und ihrer Verfügbarkeit zeigt sich als zukunftsweisend.“

*„Deutschlandstudie zum Beziehungsleben“: Auftraggeber sind Experten und Therapeuten der Plattform couch:now gemeinsam mit der Universität Witten/Herdecke, Fachbereich Psychologie und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Christina Hunger-Schoppe. Die Umsetzung erfolgte in einer für Deutschland repräsentativen Onlinestudie, durchgeführt von der G.I.M. Gesellschaft für innovative Marktforschung mbH. Befragt wurden 1.209 Personen im April 2022.

Über couch:now 

couch:now ist eine im Dezember 2021 gestartete E-Mental-Health-Plattform mit einem Pool von über 13 Expert:innen- und einem KI-gestützten digitalen, exklusiven Video-Trainingsprogramm. Gegründet von Denis Lademann, Andreas Leonhard und Dr. Stefan Junker, promovierter Diplom-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut, bietet couch:now Know-how anerkannter und ausgewählter Expert:innen, die bei der Bewältigung von schwierigen und als Belastung empfundenen Lebenssituationen Unterstützung geben durch Kontextinformationen und vielseitige Methoden als stets verfügbare Videotrainings. couch:now gehört zur E-Health Evolutions GmbH. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.couchnow.com

Pressekontakt

E-Health Evolutions GmbH

Andreas Leonhard

E-Mail: andreas@couchnow.de

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