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Sprach-Knigge von Queen Elizabeth II und Co.: So sprechen die britischen Royals

Berlin, 02. Juni 2021. Tradition, Glamour, Medienskandale und schwierige Familienbeziehungen – das Leben der britischen Königsfamilie rund um Queen Elizabeth II ist genauso faszinierend wie turbulent. Eine wichtige Konstante der Royals ist das Protokoll und die königliche Sprachetikette. Doch: keine Regel ohne Ausnahme. So gelten etwa die verstorbene Prinzessin Diana und ihr Sohn Prinz Harry in vieler      Hinsicht      als Rebellen – auch in ihrer Sprache. Die Sprachlernexpert:innen der erfolgreichsten Sprachlern-App Babbel nehmen die Sprache der britischen Königsfamilie genau unter die Lupe und verraten mehr über ihre Insider-Wörter und -Ausdrücke sowie bekannte „Verstöße“ gegen das Protokoll.

„Ich hab dich lieb, Omi“

Die Enkel:innen und Urenkel:innen der Queen müssen vor ihrer Oma den Hofknicks machen (engl. „to curtsy“), allerdings ist die – für alle Außenstehenden geltende – Anrede Your Majesty bzw. Her Majesty nicht üblich. Ihre Enkelkinder nennen sie stattdessen Granny („Omi“) oder – ein wenig witziger – Gan-Gan. Letzteres ist der traditionelle Insider-Spitzname für die jeweilige Urgroßoma in der Monarchie. Jedenfalls ist das bei vielen Briten und Britinnen übliche Grandma („Oma“) im Buckingham Palace eher tabu.

„Cabbage, wie wäre es mit einem Wochenende in Balmoral?“

Fast jeder kennt die englischen Kosenamen für die Liebsten: darling, honey, dear und Co. Doch Prinz Philip setzte, Gerüchten zufolge, auf das eher ungewöhnliche und auf den ersten Blick wenig schmeichelhafte Cabbage („Kohl“),als er privat die Königin ansprach. Das Wort stammt vom Französischen mon petit chou und bedeutet wortwörtlich my little cabbage („mein kleiner Kohl“), im übertragenen Sinne steht es für my darling („mein Schatz“). Der Kosename hat nichts mit royaler Knigge zu tun, sondern zeigt eher die humorvolle Beziehung zwischen der Queen und ihrem Gatten.

Royals gehen nicht “auf die Toilette“

„Entschuldigen Sie, ich muss auf die Toilette“ würde man bei Tisch mit der Königsfamilie niemals hören. Stattdessen ist ein diskretes Excuse me („Entschuldigen Sie“) üblich. Die Royals müssen nicht wirklich ankündigen, warum sie gerade vom Tisch aufstehen. Queen Elizabeth II hat sogar eine Liste mit verbotenen Wörtern für die Familienmitglieder eingeführt. Dazu gehören, neben toilet, etwa pardon, posh (britisch für „nobel“ oder „schick“) oder sogar tea(time), unter dem wir eigentlich „Teezeit“ verstehen, was aber in einigen Teilen des Landes von der britischen Arbeiterklasse auch als Abendessen bezeichnet wird. Die Royals würden hingegen ausschließlich dinner oder supper verwenden. Warum das Ganze? Angeblich befürchtet die Monarchin, dass die Royals durch diese Wörter banal und bürgerlich klingen würden – ein an sich ganz banaler Grund.

Ein „Goodbye“ zum Abschied

Verabschiedet sich ein Royal etwa nach einem Treffen, wird er oder sie unwahrscheinlich Höflichkeiten wie Nice seeing you („Es war schön, Sie zu sehen) oder Nice talking to you („Schön, mit Ihnen zu sprechen“) verwenden. Wenn man der Queen begegnet, wird sie mit dem ganz einfachen und formellen Goodbye („Auf Wiedersehen“) ade sagen. Alles andere ist eher  unter Nichtadeligen üblich.

„Trooping“ statt Geburtstagsfeier

Die britische Monarchin feiert keine „Birthday Partys“ mit Ballons, Konfetti und Partymusik – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Stattdessen gibt es jährlich eine aufwendige Zeremonie in Form einer Militärparade namens Trooping the Colour („Die Farbe der Fahnen den Truppen zeigen“).Die Tradition des Trooping of Colour führt auf das 17. Jahrhundert zurück und gilt seit 1748 als offizielle Geburtstagsfeier des Souveräns. Ursprünglich war es keine Parade, sondern ein Vorführen von Truppenfahnen, damit Soldaten diese im Kampf wieder erkennen konnten.

Bottoms up, Your Majesty!

Sollte man bei einer königlichen Party anwesend sein, darf man sich auf formelle Tischreden freuen. Ein schnödes Cheers! („Prost!“) oder ähnliches gehört nicht zum Sprach-Knigge. Schade, denn wenn die Queen mit Gin Tonic in der Hand Bottoms up! („Hoch die Tassen!“) sagen würde, wäre das sicherlich ein witziges Highlight.

Prinzessin Diana: die Sprachrebellin der Familie

Am 1. Juli 2021 wäre Prinzessin Diana 60 Jahre alt geworden. Die Königin der Herzen ist wegen ihrer offenen, authentischen Art und Herzlichkeit in Erinnerung geblieben. Deshalb galt sie unter den Royals als Rebellin und Regelbrecherin, die oft vom Protokoll abwich und für Medienwirbel sorgte. In Hinsicht auf die Sprachetikette schrieb sie bereits 1981 Geschichte, weil sie in ihrem Hochzeitsgelübde auf das Wort obey („gehorchen“) an ihren Ehegatten Prinz Charles verzichtete. Damit setzte sie ein Zeichen gegen die patriarchalen Ansichten der Monarchie. Einen weiteren Skandal löste die Prinzessin 1995 aus, als sie dem BBC-Journalisten Martin Bashir ein – noch immer – umstrittenes Interview gab. Dabei sprach sie von „crowded“ marriage („überfüllte Ehe“) und gab damit öffentlich Affären beiderseits bekannt. Damit durchbrach Lady Di zum ersten Mal die Vorstellung von der „steifen britischen Oberlippe“ und sprach aktiv gegen das Establishment, in das sie eingeheiratet wurde. Auch ihre Körpersprache unterschied sich deutlich vom Rest der Königsfamilie: Sie war die erste Royal, die mit Kindern auf Augenhöhe sprach und sich dabei bückte.

Prinz Harry: ein Regelbrecher mit amerikanischem Touch

Schon seit seiner Jugend gilt Prinz Harry – allerdings auf andere Art und Weise als seine Mutter – als Rebell: von wilden Partys über nicht standesgemäße Liebesbeziehungen bis hin zu den Medienskandalen rund um seine Ehe mit Meghan Markle, deren Rücktritt als Royals und letztendlich die „Flucht“ in die USA. Letzteres hat einen großen Einfluss auf seine Sprache ausgeübt. Prinz Harry nimmt immer mehr Amerikanismen in sein Vokabular auf und weicht somit vom Sprach-Knigge seiner britischen Familie ab. Einige Beispiele:

„Pop the hood“

Vor kurzem hat Prinz Harry scheinbar das britische Wort für die Motorhaube bonnet gegen das amerikanische Pendant hood getauscht. ‚Bonnet‘ ist ein bekannter britischer Begriff nicht nur in England, Schottland, Irland und Wales, sondern auch in Neuseeland und Australien. In einem Video verwendet er das amerikanische Pendant hood und darüber hinaus den Ausdruck Pop the hood (“Die Motorhaube öffnen”)  – eine eindeutig amerikanische und umgangssprachliche Redeweise, die sich von den üblichen britischen Begriffen wie open („öffnen“) the bonnet unterscheidet.

„You guys“

Nicht selten hören wir in Prinz Harrys Reden den amerikanischen Ausdruckyou guys („ihr“ für eine Gruppe von Menschen). So verwendete er diese lockere, eher amerikanische Ansprache, auch schon bei britischen Angelegenheiten, z. B. bei einem Event mit dem Commonwealth Trust.

„Wanna pass the mic?“

Kürzlich hielt Harry eine virtuelle Ansprache an die Zuschauer der Diana Awards, die zum Teil zu Ehren seiner verstorbenen Mutter gehalten wurde. Vermutlich hätte sich Lady Di amüsiert      zu hören, dass ihr Sohn die eher amerikanische Abkürzung wanna (für „wollen“) verwendet und so das königliche Protokoll mit einer legereren Sprechweise bricht. Harry benutzte zudem pass the mic – kurz für pass the microphone („das Mikrofon weitergeben“) – was wiederum etwas ist, das man eher mit der amerikanischen Sprache assoziiert.

„Dass sich die Sprache der königlichen Familie im Laufe der Jahre kaum verändert hat, ist auf die sehr strengen Protokolle und Traditionen zurückzuführen. Während sich die Welt um sie herum weiterentwickelt, schaffen es die Royals, viele Dinge unverändert zu lassen. Genau das macht sie und ihre Sprache so faszinierend. Allerdings müssen auch sie sich auf Neues einstellen – keine ihrer Vorgänger mussten sich mit Social Media und dem Internet auseinandersetzen. So konnten wir schon beobachten, wie sich die einst sehr elitäre Aussprache der Queen verändert hat und jetzt immer mehr dem sogenannten Mittelklasse-Englisch ähnelt“, kommentiert Lucy Trowbridge, Sprachlernexpertin bei Babbel.

Über Babbel: 

Mit Babbel lernen Millionen von Menschen weltweit eine neue Sprache. Die Online-Sprachkurse der Babbel-App, der virtuelle Gruppenunterricht mit Babbel Live, die Sprachreisen von Babbel Travel und Babbel für Unternehmen helfen Lernenden dabei, so schnell wie möglich echte Unterhaltungen in einer neuen Sprache zu führen. Und es funktioniert: Zahlreiche wissenschaftliche Studien, unter anderem der Yale University und der City University of New York, belegen Babbels Effektivität. 

Babbel verbindet das Wissen von Sprachlernexpert:innen mit neuester Technologie: Mehr als 60.000 Lektionen mit 50 Stunden Videoinhalt und 70 Podcast-Episoden in 14 Sprachen wurden von mehr als 150 Sprachlernexpert:innen individuell für verschiedene Ausgangssprachen und Lernbedürfnisse entwickelt. Live-Sprachunterricht, Spiele und Videos runden das Sprachlernerlebnis ab. Kontinuierlich wird der Lernfortschritt analysiert und einzelne Lektionen werden auf Basis zahlreicher Daten angepasst und optimiert. 

Mit Babbel kann jeder eine Sprache lernen – deshalb ist das Babbel-Team genauso vielfältig wie die Sprachkurse: 750 Mitarbeitende repräsentierenmehr als 60 verschiedene Nationalitäten, unterschiedliche Geschlechter, Herkünfte und Überzeugungen an den Standorten Berlin und New York. 2007 startete Babbel den Online-Sprachlernmarkt und ist heute, mit über zehn Millionen verkauften Abonnements, die erfolgreichste Sprachlern-App weltweit. Weitere Informationen unter www.babbel.de

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