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Guck mal, wer da spricht – Slangwörter, die verraten, welcher Generation man angehört

Berlin, 18. Mai 2021. Haben sich die Urgroßeltern noch Briefe geschrieben, wird heute per Sprachnachricht kommuniziert. Doch nicht nur die Art und Weise, wie wir kommunizieren, sagt etwas über unser Alter aus, auch die verwendeten Wörter und Soziolekte verraten, wann wir aufgewachsen sind – also ob wir den Babyboomern, der Generation X, Y oder Z angehören. Schwofen, abhotten, dancen oder clubben? Kein Wunder also, dass es oft zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen kommt. Oder Naserümpfen über die Jugendslangs. Jede Generation hat ihre ganz eigenen – mal mehr oder weniger – liebenswürdigen Wortschöpfungen. Die erfolgreichste Sprachlern-App Babbel verrät, welche Slangwörter für welche Generation typisch sind und was hinter ihrer Bedeutung steckt.

Babyboomer (geb. ca. 1946-1967)

Babyboomer waren schwofen, poofen konnten sie ja später. Auf einer Fete sind alle ausgeflippt. Das waren bombastische Zeiten – wie ein Millennial hier sagen würde “No pun intended”.

Die geburtenstarke Generation der Nachkriegszeit erlebte das Wirtschaftswunder, die Mondlandung, die Studentenbewegung der 1960er, manche waren Hippies – aber vor allem waren sie in Ost und West geteilt. Leistung war wichtig, daher lebten sie gern, um zu arbeiten. Von der Mode (Jeans!) über die mittlerweile ikonischen, alkoholfreien Sprudelgetränke mit brauner Farbe bis hin zu “Party-Treffpunkten” wie der Milchbar: All das spiegelte sich in den Soziolekten der Boomgeneration. An diesen zehn typischen Slangwörtern aus den 1960er und frühen 1970er Jahren kann man die Babyboomer erkennen:

  • poofen (schlafen)
  • flippig/ausflippen
  • schwofen (tanzen)
  • steil (cool)
  • steiler Zahn (attraktive Person, Frau)
  • Fete (Party)
  • bombastisch (klasse, toll)
  • Röhren (Jeans)
  • Gammler (Hippie)
  • Koreapeitsche (der Slang für die Männerfrisur Bürstenschnitt)

Generation X (geb. ca. 1965-1979)

Als Gen X ging man in eine Disco, um mit der Clique abzuhotten. Es wurde nicht geflirtet, es wurde angebaggert. Voll geil war es, als Marti Lisi (beliebiger Spitzname mit einer Endung auf “i”) fragte, ob sie miteinander gehen wollen. Bestenfalls war die Mucke oberaffengeil und am Ende waren alle ziemlich hacke.

Die Schlüsselkinder der Generationen wurden mit steigenden Arbeitslosenquoten, dem Wettrüsten und der atomaren Bedrohung groß. Doch für Ablenkung und starkes Markenbewusstsein sorgte nicht nur die schöne bunte Werbewelt, sondern auch die Geburtsstunde der Musiksender. Die Generation X legte einen höheren Wert darauf, Arbeits- und Privatleben in Einklang zu bringen – getreu dem Motto: Work smart, not hard. Es gab die karrierebewussten, jungen “Yuppies” und die Luxusmarken-Fans “Popper”. Computer, Handys und Co. gab es kaum, die Freizeitaktivitäten waren also Disco, Tanzen und Kino, die Popkultur war alles. So formte sich entsprechend der Gen X Slang, wie die folgenden Kultwörter zeigen:

  • hotten, abhotten (tanzen)
  • anbaggern und aufreißen (flirten)
  • oberaffengeil, geilomat und voll geil (statt das heutige “mega)
  • urst (cool)
  • miteinander gehen (in einer festen Beziehung sein)
  • hacke und voll breit (betrunken)
  • Mucke (Musik; in etwa “geile Mucke”)
  • pauken (lernen) & Pauker (Lehrer:innen)
  • abhängen (statt “chillen”)

Generation Y/ Millennials (geb. ca. 1980-1999) 

Millennials dancen lieber statt zu merkeln. Man kommt in einen Club schon gut betankt, es gibt reale Gruschelrunden und fette Musik. Einfach knorke. Doch Fails gibt es auch, gerade wenn aus dem heißen Date eine Friendzone-Sache wird.

Menschen der Generation Y sind voll die Auskenner bei digitalen Medien. Sie beherrschen Smartphone und Social Media nicht nur in der Freizeit, sondern auch für Arbeitszwecke. Arbeit und Leben sind eng miteinander verwoben und daher gelten Angehörige dieser Generation auch als absolute Multitasker. SMS-Zeichenlimits (und später Twitter) bedeuteten, dass alles Mögliche abgekürzt wurde – zunächst schriftlich und mit Emojis, dann auch verbal. Online-Dienste wie MSN und Myspace führten zur Entwicklung einer Chatkultur mit ganz eigenen Slangs. Auch fanden immer mehr Anglizismen Einzug in die Alltagssprache. Einige Beispiele:

  • knorke, fett und bam (cool, geil)
  • gruscheln (aus “grüßen” und “kuscheln”; ursprünglich aus der Online-Chatkultur)
  • lol und YOLO (laughing out loud und you only live once)
  • gut getankt, richtig voll (betrunken)
  • Fail, das war ein Fail (versagen, wie etwa “das war ein Fail”)
  • chatten (auf MSN, ICQ & Co.)
  • daddeln, zocken (Computerspiele spielen)
  • hartzen (nichts machen, rumhängen)
  • BF, ABF (best friend, allerbester Freund)
  • bingen (von “binge-watch”)
  • ever (wie in “die beste Reise ever”)
  • merkeln (untätig bleiben, nichts tun)

Generation Z (geb. ca. 1999-2010)

Gen Z geht clubben, vor allem da, wo der Sound mega wild ist. Aber es ist Vorsicht geboten, wenn der Crush da ist und man selber ein Simp ist. Das Ganze wird dann etwas cringe und schnell ist man wieder einfach lost.

TikTok, Instagram und die immer größer werdende Informationsflut des digitalen Zeitalters prägt diese Generation. Durch negative Schlagzeilen und die bewusste Wahrnehmung des Klimawandels, schaut sie nicht mehr so optimistisch in die Zukunft und sehnt sich nach Sicherheit und Nachhaltigkeit – ist aber auch bereit, einen Beitrag dafür zu leisten. Persönliche Verwirklichung nimmt einen hohen Stellenwert ein – die Arbeit kommt erst danach. Gen Z wurde und wird mit Englisch groß, US-Serien auf Netflix und Co. gehören zum Alltag und den Lieblingsstars wird unbedingt auf Insta gefolgt: Denglisch und Anglizismen sind in ihrem Jugendjargon quasi unausweichlich. An diesen Wörtern kann man die “Zoomer” erkennen:

  • lost (verwirrt oder komisch)
  • stabil (cool, in Ordnung)
  • triggern (aufregen, wie in “es regt mich auf”)
  • lit und wild (statt “geil” und “cool”)
  • Zehner (imaginäre Wette um 10 Euro wegen einer Lüge)
  • tea, I have tea to spill (ich habe etwas zu erzählen, Gossip)
  • Simp (eine Person, die alles für die Aufmerksamkeit des “Crushes” macht)
  • No front (Kritik nicht persönlich nehmen, “no hard feelings”)
  • Probs gehen (raus) an (“Respekt geht an…”)
  • Ehrenmann und Ehrenfrau (eine Person, die etwas Besonderes für eine andere Person oder Freund:innen macht)
  • cringe (etwas ist peinlich)
  • woke (sensibilisiert für soziale Gerechtigkeit)

Und nun kommt die Generation Alpha, der alle von 2010 bis 2025 geborenen zugerechnet werden. Sie wachsen mit einer durch die digitalen Medien geprägte Sprache und in einer (hoffentlich) inklusiveren Gesellschaft auf, was sich sicherlich in ihrem Slang widerspiegeln wird. Wird es dann genderneutrale Substantive geben? Werden Denglisch und Anglizismen noch ausgeprägter? Es bleibt spannend, an welchen Wortschöpfungen wir diese absoluten Digital Natives wohl erkennen werden.

„Sehr wahrscheinlich werden althergebrachte und neue Slangs noch eine Weile nebeneinander existieren und unsere Alltagssprache bereichern. Einige (Jugend)wörter werden ein Comeback feiern, andere dagegen sind längst aus dem Sprachgebrauch verschwunden. Viele Generationen übernehmen auch oft Wörter von der jüngeren Generation oder andersrum. So ist es nicht selten, dass auch Ältere nun „mega“ oder „cool“ sagen. Das einst beliebte Millennial-Wort „knorke“ war beispielsweise schon im frühen 20. Jahrhundert ein Modewort“, fasst Babbel-Sprachwissenschaftlerin Maren Pauli zusammen.

Über Babbel: 

Mit Babbel lernen Millionen von Menschen weltweit eine neue Sprache. Die Online-Sprachkurse der Babbel-App, der virtuelle Gruppenunterricht mit Babbel Live, die Sprachreisen von Babbel Travel und Babbel für Unternehmen helfen Lernenden dabei, so schnell wie möglich echte Unterhaltungen in einer neuen Sprache zu führen. Und es funktioniert: Zahlreiche wissenschaftliche Studien, unter anderem der Yale University und der City University of New York, belegen Babbels Effektivität. 

Babbel verbindet das Wissen von Sprachlernexpert:innen mit neuester Technologie: Mehr als 60.000 Lektionen mit 50 Stunden Videoinhalt und 70 Podcast-Episoden in 14 Sprachen wurden von mehr als 150 Sprachlernexpert:innen individuell für verschiedene Ausgangssprachen und Lernbedürfnisse entwickelt. Live-Sprachunterricht, Spiele und Videos runden das Sprachlernerlebnis ab. Kontinuierlich wird der Lernfortschritt analysiert und einzelne Lektionen werden auf Basis zahlreicher Daten angepasst und optimiert. 

Mit Babbel kann jeder eine Sprache lernen – deshalb ist das Babbel-Team genauso vielfältig wie die Sprachkurse: 750 Mitarbeitende repräsentierenmehr als 60 verschiedene Nationalitäten, unterschiedliche Geschlechter, Herkünfte und Überzeugungen an den Standorten Berlin und New York. 2007 startete Babbel den Online-Sprachlernmarkt und ist heute, mit über zehn Millionen verkauften Abonnements, die erfolgreichste Sprachlern-App weltweit. Weitere Informationen unter www.babbel.de

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