Die Narren sind los: Was darf Karneval heute?

Written by markengold PR on. Posted in Laureate, Pressetexte

Am 11.11. ist es wieder soweit: die Karnevals-Saison startet. Ballermannspaß, Humor der untersten Schublade oder Fröhlichkeit auf Knopfdruck für die Einen. Für die Anderen Bühne für politische Satire und Sinnbild für Meinungsfreiheit. Ist Karneval noch zeitgemäß, wofür steht der Karneval heute und was darf man in Zeiten von Terrorangst noch lustig finden? An der BTK Hochschule für Gestaltung in Hamburg fand erstmalig das Symposium „Humor und Subversion in Kunst und Design“ statt. Dort hielt der Bildhauer, Illustrator und Karnevalswagenbauer Jacques Tilly einen Vortrag zur rollenden Satire.

„Lachen ist gefährlich. Denn Lachen ist eine effektive, gewaltfreie und menschen-freundliche Waffe zur Vernichtung von Angst“, betont Jaques Tilly auf dem Symposium der BTK Hochschule. „Angst ist das wichtigste Herrschaftsinstrument von totalitären Ideologien. Und solchen Bedrohungen können wir nicht mit Samthand-schuhen begegnen. Dafür müssen wir uns in der Kunst der zivilisierten Streitkultur üben. Und da kommt wieder der Humor, die Satire und die Spottlust ins Spiel“, führt Tilly weiter aus.

Für den Karneval bedeutet dies: „Wir müssen verachten dürfen, lächerlich machen dürfen, was lächerlich ist, wir müssen beleidigen dürfen. Macht sie lächerlich, zieht sie durch den Kakao, stellt sie bloß, all die kleinen und großen Menschenverachter. Aber zivilisiert. Zivilisiert heißt: sowohl mit Argumenten, als auch mit beißender Polemik, scharfer Satire und Kübeln voller Spott, aber eben ohne Gewalt, ohne Hass, ohne Menschenverachtung, ohne Dehumanisierung und ohne Konstruktion von neuen Feindbildern. Diese Gratwanderung muss und kann gelingen“, resümiert Jacques Tilly.

„Vor allem in politisch bewegten Zeiten sowie aufgrund zunehmender Terrorangst mit realer Bedrohung für Leib und Leben, wie der Anschlag auf Charlie Hebdo zeigte, ist Humor ein zentrales Element der Widerständigkeit des Menschen. Karneval arbeitet in diesem Spannungsfeld von Satire, Gesellschaft und Politik“, erklärt Prof. Dr. Gora Jain. „Humor als eine Form des geistigen und politischen Widerstandes ist eine unverzichtbare Komponente menschlichen Querdenkens. Seine öffentliche Darstellung und Präsenz ist daher wesentlich für die  Bewahrung der freien Meinungsäußerung und Freiheit demokratischen Denkens. Der Karneval bietet dafür eine äußerst geeignete, öffentlichkeitswirksame Plattform.“

Hintergrund BTK – Hochschule für Gestaltung
Die BTK – Hochschule für Gestaltung wurde im Frühjahr 2006 in Berlin gegründet und bietet ihr Programm heute in der Hauptstadt, Hamburg und Iserlohn an. Die private Hochschule ist staatlich anerkannt und konzentriert sich mit ihren zukunftsorientierten Studiengängen auf vielfältige Tätigkeitsfelder in der Medien- und Kommunikations­branche. Alle Studiengänge sind von der ZEvA akkreditiert und schließen mit dem international anerkannten Abschluss „Bachelor of Arts“ ab. Die BTK ist Teil des Laureate International Universities Netzwerks mit mehr als 70 Universitäten rund 25 Ländern und vernetzt so rund 1.000.000.000 Studierende auf der ganzen Welt.

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